Verfahrensbeschreibung der Tunnelkompostierung

Jahresdurchsatzleistung der Gesamtanlage: 85.000 Mg

Annahmehalle

Bioabfall und zerkleinerter Strauchschnitt werden mit einem Radlader auf einen Schubboden aufgegeben. Dekompaktierwalzen vergleichmäßigen den Abfall zum Weitertransport per Förderband in eine Vorabsiebung. Die Durchsatzleistung beträgt bis zu 70 t/h. Der Siebüberlauf wird zerkleinert und gemeinsam mit dem Siebdurchgang auf Transportbändern zur Tunnelbefüllung oder als Vorlage für die Fermentationsanlage weitergeleitet.

Lagerhalle für Strauchschnitt und Kompost, Verkaufshalle für Sackware

Gegenüber der Annahmehalle befindet sich eine Lagerhalle zur Annahme und Zwischenlagerung von Strauchschnitt, Holzhäcksel und Fertigkompost zur Vermarktung. Vor der Leitwarte wird Sackware (Kompost, Blumenerde, Rindenmulch) zum Verkauf angeboten, alternativ kann sowohl Kompost als auch Rindenmulch lose erworben werden.

Rottetunnel

 

  13 Tunnel
Maße
L 33 m, H 5 m, B 6 m
Füllvolumen
540 m³
Rottezeit
Max. 20 Tage, optional Umtrag nach 10 Tagen

Tunneleintrag

Steigebänder leiten das Material zum Tunneleintrag auf die Tunneldecke. Auf den Tunneln befindet sich ein festes Tunnelband und ein Eintragsverfahrband mit dem jeder der 13 Tunnelöffnungen angesteuert werden kann. Der Tunneldeckel wird automatisch über eine Deckelhebevorrichtung angehoben und verfahren.

Vor der Befüllung wird die Belüftung hochgefahren, um ein Verstopfen der Düsen zu vermeiden.

Vor den Tunneln ist eine querverfahrbare Brücke installiert, die einen Einfahrwagen mit Förderband aufnimmt. Der Einfahrwagen ist in der Lage nach Öffnung des Tunneltores in den zugewiesenen Tunnel einzufahren und diesen gleichmäßig zu beschicken. Durch Sensoren kann die Füllhöhe über die gesamte Eintragsfläche zum Schluss der Eintragung erfasst werden, das Eintragsgerät fährt aus dem Tunnel heraus, der Deckel wird geschlossen und der Prozess gestartet.

Tunnelrotte

Die Dauer der Tunnelrotte beträgt maximal 20 Tage. Optional wird nach 10 Tagen ein Umtrag in einen anderen Tunnel vorgenommen. Die Belüftung des Materials erfolgt über einen Belüftungsboden, bestehend aus Rohren mit konischen Düsen (Spigots). Durch die großflächige Verteilung der Schlitze kann sich die Luft gleichmäßig im Material ausbreiten. Die Abluft wird zwei Biofiltern zugeleitet.

In den Tunneln befinden sich Bewässerungsanlagen, und der Bioabfall kann mit Sickerwasser, Kondensat oder Fahrflächenwasser des Werkes nachbefeuchtet werden, sodass kein Abwasser anfällt.

Biofilter

Die Biofilter bestehen aus zwei Segmenten (je 25 m x 26 m) mit einer Gesamtfläche von 1.300 m². Sie sind mit einer Anströmschicht aus Hackschnitzeln in einer Höhe von 1,70 m befüllt. Pro m² Filtermaterial werden bis zu 150 m³ Abluft aus den Rottetunneln, der belüfteten Nachrotte und der Annahmehalle gereinigt.

Tunnelaustrag

Jeder der 13 Tunnel ist mit einem Schubboden ausgestattet. Das Tunnelaustragsgerät wird vor den zu entleerenden Tunnel gefahren, und das Hydraulikaggregat bewegt den Schubboden. Über Dekompaktierwalzen des Austragsgerätes wird der Tunnel entleert und das Material mit einer Schnecke auf das Abzugsförderband geleitet. Über das reversierbare Austragsband ist entweder ein erneuter Eintrag in einen anderen Tunnel oder der Eintrag in eine Nachrottebox möglich.

Belüftete Nachrotte

Nach der Tunnel-Intensivrotte wird das Material über ein Eintragsband und einer verfahrbaren Eintragsbrücke in eines der 13 saugbelüfteten Nachrottefelder schichtweise eingetragen. Eine Bewässerung des Materials ist bei Bedarf möglich. Die Mietenhöhe beträgt 2,80 m und die Rottezeit maximal 4 Wochen. Mit einem Radlader transportiert den Kompost zur weiteren Nachrotte in ein gegenüberliegendes unbelüftetes Nachrottefeld oder zur Absiebung auf einen Kratzkettenförderer mit Dekompaktierer.

Feinaufbereitung

Der Kompost wird über ein Steigeband in eine Siebtrommel zur Feinabsiebung gefördert.

Das abgesiebte Material wird über Förderbänder in eine Materialbox gefördert. Bei diesem erzeugten Produkt handelt es sich um einen gütegesicherten Kompost.

Über eine steil gestelltes Band werden Rollkörper aus dem Siebüberlauf entfernt. Der Siebüberlauf kann unzerkleinert als Strukturmaterial erneut in die Rotte eingetragen oder aus dem Prozess ausgeschleust werden.